Die Sonderpädagogische Beratungsstelle am LBZ für Blinde und Sehbehinderte Halle - Anlaufstelle für Frühförderung und Integration sehgeschädigter Kinder

Leiterin: Frau Busch
Koordinator: Frau Funke

Das LBZ für Blinde und Sehbehinderte Halle ist für die sehbehinderten- und blindenpädagogische Beratung und Unterstützung von Kindern und deren Eltern, Vorschuleinrichtungen, Schulen der Grundstufe sowie für den Sekundarbereich I und II zuständig und arbeitet mit anderen Institutionen und Kooperationspartnern (wie Schulpsycholog/innen, den Jugend-, Sozial- und Gesundheitsämtern u.ä.) zusammen. Die Aufgaben der Beratungsstelle umfassen die Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs, die frühkindliche Beratung und die Beratung und Betreuung im gemeinsamen Unterricht von sehgeschädigten Schülerinnen und Schülern.

1. Was tun, wenn Eltern, Erzieher oder Lehrer den Verdacht haben, dass ein Kind oder ein Jugendlicher eine Sehbehinderung hat ?

1.1 Auf Antrag der Eltern oder der Schule wird über das Landesschulamt oder den MSDD die Beratungsstelle mit der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs beauftragt. Der sonderpädagogische Förderbedarf wird durch eine Förderschullehrkraft der Beratungsstelle auf der Grundlage eines sonderpädagogischen Gutachtens festgestellt und das Landesschulamt entscheidet über die weitere Förderung und Beschulung des Kindes oder Jugendlichen.

1.2. Eltern oder auch andere am Erziehungs- und Bildungsprozess beteiligte Personen können sich auch direkt an die Beratungsstelle wenden, wo sie in einem individuellen Gespräch über die möglichen weiteren Schritte informiert werden.

2. Frühkindliche Beratung

Das Ziel der sonderpädagogischen Frühförderung ist es, die entscheidende Phase der visuellen Entwicklung, die sich bis zum 6. Lebensjahr erstreckt, so zu nutzen, dass das sehbehinderte Kind seine Wahrnehmungsfähigkeiten durch gezieltes Training optimal entwickeln kann. Beim blinden Kind muss die Ausnutzung der Restsinne, ein eventuell vorhandener Sehrest sowie der Tast-, Hör- und Geruchssinn so früh wie möglich trainiert werden. Die sonderpädagogische Frühförderung kann beginnen, sobald der Sehschaden diagnostiziert wurde. Die Erziehungsberechtigten nehmen Kontakt zu uns auf und stellen einen schriftlichen Antrag.

Beratungstätigkeiten:

  • Förderung von 0 bis 3 Jahren vorwiegend im Elternhaus
  • Förderung von 3 bis 6 Jahren vorwiegend im Kindergarten am Heimatort
  • Förderung in einem Vorschulkurs am LBZ
  • Förderung im Bereich Sehen, Tasten, Hören, Riechen
  • Förderung der Sprache
  • Hilfsmittelberatung, Spielzeugauswahl, Anleitung zum Spielen
  • Beratung bei der Wahl des Kindergartens und der Schullaufbahnempfehlung
  • Therapieberatung
  • Herstellung von Kontakten mit anderen Eltern
  • Hilfe bei rechtlichen und finanziellen Fragen
3. Ambulante Betreuung im Gemeinsamen Unterricht (Integration)

Schulpflichtige Kinder mit Sehschädigungen können in Regelschulen, Schulen für Blinde und Sehbehinderte oder anderen Förderschulen ein- oder beschult werden. Sehgeschädigte Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf können allgemeine Schulen besuchen, wenn die pädagogischen, personellen, sächlichen und räumlichen Voraussetzungen gewährleistet sind. Ein Förderschullehrer bzw. eine Förderschullehrerin der Beratungsstelle empfiehlt die notwendigen Nachteilsausgleiche im Unterricht, z.B. Zeitverlängerungen bei Klassenarbeiten. In Zusammenarbeit mit der Regelschule wird ein Förderplan mit individuellen Fördermaßnahmen erstellt, darüber hinaus erfolgt in regelmäßigen Besuchen eine Beratung und Anleitung der Regelschullehrer zum Umgang mit dem sehgeschädigten Kind im Unterricht.

Beratungstätigkeiten:

  • Eltern- und Lehrerberatung
  • Methodisch-didaktische Hilfen für die Lehrkräfte, insbesondere in den Fächern Sport, Kunst und Naturwissenschaften
  • Beratung bei der sehgeschädigtengerechten Schulausstattung und Arbeitsplatzgestaltung im Unterrichtsraum
  • Informationen über Seherziehung, Orientierung- und Mobilitätstraining und lebenspraktische Fertigkeiten
  • Vermittlung der Braille-Schrift (Punktschrift) bei blinden Schülerinnen und Schülern
  • Vermittlung blindenspezifischer Techniken
  • Erstellung von Texten und Materialien
  • Beratung und Unterstützung bei der Berufswahl


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